Was im Notfall zählt – und wie Sie vorbeugen können

Zahnunfälle und Sportmundschutz – schnelle Hilfe und Vorsorge

Zahnunfälle passieren oft plötzlich – beim Sport, beim Sturz, beim Spielen oder durch einen Schlag auf den Mund. Wichtig ist, möglichst ruhig zu bleiben und rasch zu handeln, damit ein beschädigter oder ausgeschlagener Zahn im besten Fall erhalten werden kann.

Je nach Art des Zahntraumas (abgebrochener Zahn, gelockerter Zahn, ausgeschlagener Zahn) sind unterschiedliche Schritte notwendig. Entscheidend ist immer: Das ausgeschlagene Zahnstück oder der Zahn selbst sollte richtig aufbewahrt und so schnell wie möglich in die Ordination gebracht werden. In vielen Fällen können wir beschädigte Zähne stabilisieren, Bruchstücke wieder befestigen oder den Zahn sogar erneut einsetzen – vorausgesetzt, die Zeit bis zur Behandlung ist kurz.

Den Zahn sofort suchen, nur an der Krone anfassen, nicht reinigen und möglichst in einer Zahnrettungsbox (Apotheke) lagern. Alternativ in H-Milch, isotoner Kochsalzlösung, feucht in Frischhaltefolie gewickelt oder – wenn nichts anderes vorhanden ist – im Mund (Wangentasche). Danach sofort in die Ordination kommen.
So rasch wie möglich. Besonders bei ausgeschlagenen bleibenden Zähnen zählt jede Minute für die Chance, den Zahn wieder einsetzen zu können.
Das Fragment bitte mitbringen – es kann oft wieder angeklebt werden. Bis zum Termin sollte es feucht aufbewahrt werden (Zahnrettungsbox oder H-Milch).
Ja. Schäden an Zahnwurzel, Nerven oder Knochen sind manchmal nicht sofort sichtbar. Eine professionelle Kontrolle ist wichtig, um Spätfolgen zu vermeiden.
Ja – aber Milchzähne werden nicht wieder eingesetzt, um den bleibenden Zahn nicht zu gefährden. Eine rasche zahnärztliche Untersuchung ist trotzdem notwendig.

Die meisten Schritte sind schonend und gut tolerierbar. Bei Bedarf arbeiten wir mit lokaler Betäubung, um die Behandlung so angenehm wie möglich zu gestalten.

Das kann, muss aber nicht sein. Auch ohne Schmerzen kann eine ernsthafte Verletzung vorliegen.

Sportmundschutz: Weil Zähne beim Sport wertvollen Schutz brauchen

Sportmundschutz

Beim Sport ist nicht nur der Helm wichtig – auch der Mundschutz gehört zur essentiellen Schutzausrüstung. Gerade im Freizeit- und Wettkampfsport kann es zu Zahn-, Kiefer- und Weichteilverletzungen kommen. Wie in der Sportzahnmedizin (sogenannte Sports Dentistry) beschrieben, lassen sich viele dieser Verletzungen durch individuell gefertigte Mundschutze deutlich minimieren. 

Durch das Tragen eines Zahnschutzes wird im Verletzungsfall die Druckwelle die den Schädel erfasst um 50% reduziert und die Wahrscheinlichkeit einer Gehirnerschütterung um den Faktor 16 reduziert.

Welche Sportarten haben die höchste Zahnverletzungsrate?

American Football, Baseball, Basketball, Eishockey und Landhokey sind die 5 Spirtarten mit dem höchsten Zahnverletzungsrisiko.

Warum ist ein individueller Sportmundschutz so wichtig?

  1. Maximaler Schutz
    Nur ein maßgefertigter Mundschutz – idealerweise ein mehrschichtiger („Multilayer“) – kann einerseits elastisch genug sein, um Aufprallkräfte zu dämpfen, und andererseits stabil genug, um den Druck gleichmäßig zu verteilen.  Studien zeigen, dass individuell angepasste Schutzschienen das Verletzungsrisiko bei Zähnen, Kiefer und Weichgewebe deutlich senken.  
  2. Passform & Komfort
    Ein individuell hergestellter Mundschutz wird anhand eines Abdrucks oder digitalen Scans angefertigt. So sitzt er perfekt, verrutscht nicht, beeinträchtigt kaum die Atmung oder Sprache und wird von den Sportlern eher akzeptiert.  
  3. Langfristige Nutzung:  ein gut gemachter Mundschutz nicht nur sicher, sondern langlebig. Er kann viele Sportjahre überdauern, wenn er regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst wird. 

 

Viele Sportgeschäfte bieten sogenannte „Boil-and-Bite“-Mundschutze oder universelle Kunststoffschienen an. Diese sind zwar günstig, aber den individuellen Schienen deutlich unterlegen: Sie passen oft schlecht, bieten schlechten Schutz und können beim Sport sogar störend sein.